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Das Hemd des Notariatsstandes

JUDr. Tomáš Oulík 3. 5. 2010

Jeder von Prager Notaren weiß von irgendeiner Kanzlei in der Hauptstadt, die ein nicht aus Prag stammender Kollege geöffnet hat. Nichts gegen so ein Büro, wo Notar einmal wöchentlich seine Praxis ausübt und sich so seinen Klienten annährt. Wenn es sich aber um eine Kanzlei handelt, die jeden Tag alle notariellen Handlungen ausübt, oder noch schlimmer, die uninteressanten nicht ausübt, dann ist etwas nicht in Ordnung. Es kommt zum Bestreiten des Grundprinzipes des Notariats, was nummerus clausus ist, womit die Beziehung des Notars zu einem bestimmten Bezirk zusammenhängt. Erstaunlicherweise sieht es die Notariatskammer ČR nicht. Wenn es so wäre, würde sie bestimmt für die regionalen Notariatskammern die Möglichkeit verankern, die Tätigkeit der Notare in den in ihrem Bezirk sich befindenden Kanzleien zu kontrollieren.

Die angeführte Praxis kann die Position der Notare bei der eventuellen Durchsetzung der Selbsteintragung der notariellen öffentlichen Urkunden in das Liegenschaftskataster bedrohen, wenn es nach einem bestimmten kommissarischen Gebietsprinzip funktionieren sollte, abgesehen von der ethischen Seite.

Ich begrüße die Erkenntnisse und Bemerkungen meiner Kollegen zu diesem Problem. Eventuelle Fakten arbeite ich für die Notariatskammer ČR aus.

Es geht nicht darum, dass den Prager Notaren das Hemd ihrer Kollegen näher ist als der Mantel der Notare außerhalb Prags. Es geht um das Hemd des ganzen Notariatsstandes.