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Notare in Österreich

Christoph Völkl 24. 7. 2010

Sehr geehrte tschechische Kollegen,
erlauben Sie mir, Ihrer sachlich sehr interessanten Diskussion beizutreten. Für Ihre Inspiration wird es sicher interessant sein zu erfahren, welche Vorschriften die Notare in Österreich respektieren müssen, wenn sie sich für die Errichtung einer weiteren Kanzlei in Form der Amtstagskanzlei entscheiden.

Das Grundprinzip ist, dass Notare in Österreich ihre jeweilige Kanzlei an ihren Amtssitzen eröffnen. Auch eine Notar - Partnerschaft darf nur einen Kanzleisitz haben. Der Notar ist vepflichtet, seine Berufstätigkeit nur in der an seinem Amtssitz eröffneten Kanzlei auszuüben.
Außerhalb dieser Kanzlei darf er eine Berufstätigkeit ausüben, wenn es das Geschäft erfordert oder, in Fällen der Notwendigkeit, besonderen Dringlichkeit oder eines besonderen Vertrauensverhältnisses oder von den Parteien verlangt wird.

Für die Notare gibt es auch die Möglichkeit, außerhalb ihrer Kanzlei unter Berücksichtigung des Bedarfes der Bevölkerung Amtstage abzuhalten.
Die Befungnis zu dieser Tätigkeit erhält der Notar von der Notariatskammer, die ihn dazu auch vepflichten kann. Ort und Zeiten der Amtstage werden in der Regel von der Notariatskammer bestimmt (zum Beispiel in Wels, Hauptstraße 12, jeden Dienstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr. )
Es ist selbstverständlich auch möglich, dass der Notar seine Amtstage den örtlichen Erfordernissen anpasst. Seine Amtstagskanzlei ist lediglich mit der unbedingt notwendigen Infrastruktur einzurichten und darf nur zu den genehmigten Amtstagszeiten geöffnet sein.
Zum Abschluss möchte ich noch bemerken, dass österreichische Notare von der Notariatskammer zur Abhaltung von Amtstagen nur in dem Sprengel ermächtigt werden dürfen, für den sie ernannt sind.

Dr. Christoph Völkl, Notar in Wien, Österreich